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rathet. Er ließ ſie ſtrenge bewachen; aber wo gibt es eine Schranke gegen die Liebe? Dieſer reiche Herr beſaß ſchoͤne Laͤndereien in der Umgegend von Roſette; ein praͤchtiger, eine Viertel Meile von der Stadt entlegener Garten war ſein Eigenthum. Hier durfte die junge Gemile(ſo hieß ſeine Gat⸗ tin) Abends friſche Luft ſchoͤpfen. Mehrere maͤnnliche und weibliche Selaven begleiteten ſie. Die Maͤnner ſchuͤtzten die Pforte, und hielten Schildwache um die Mauer. Die Selavinnen folgten ihr im Innern des Gartens. Traurig wandelte ſie unter den Orangen⸗ lauben. Das Gemurmel der Quellen, die Friſche des Gruͤns, die zaͤrtlichen Seufzer der Turteltauben, die dieſes Aſyl bewohnten, erhoͤhten nur ihre Melan⸗ cholie. Sie pfluͤckte eine Frucht, und aß ſie, ohne Geſchmack daran zu finden; die Blume, welche ſie brach, ſchien ihr reitzlos. Die Vergnuͤgungen, welche ſie mit ihren Frauen genoß, verſchlimmerten nur ihr Uebel. Eines Abends wandelte ſie, bedeckt mit ihrem Schleier, umgeben von ihren Selavinnen, langſam dem Fluſſe entlang, um ſich zum Garten zu begeben. Da gewahrte ſie einen Europaͤer, der vor kurzem nach Roſette gekommen war. Seine Kleidung“), ſo verſchieden von jener der Tuͤrken, machte ihn kennbar.
*) Die Europaͤer koͤnnen zu Roſette ihre Klei⸗ dung beibehalten; aber a ußerhalb der Stadt wuͤrden ſie ſich Gefahren ausſetzen.


