Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1828)
Entstehung
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mit Recht barbariſch nennen wuͤrden, haͤlt man in dieſem Lande fuͤr ſo natuͤrlich, daß man nicht einmal an eine Abweichung davon in fremden Gegenden denkt. So maͤchtig iſt das Scepter der Gewohnheit.

Die haͤuslichen Sorgen laſſen den Aegypterinnen noch Mußeſtunden genug uͤbrig. Sie wenden dieſel⸗ ben an, in der Mitte ihrer Sclavinnen einen Guͤrtel zu ſticken, einen Schleier zu machen, zu ſpinnen u. dgl. Die Freude iſt nicht aus dem Harem verbannt. Die Amme erzaͤhlt Geſchichten, man ſingt frohe Lie⸗ der, die Selavinnen begleiten den Geſang mit dem Tamburin und den Caſtagnetten. Auch die Alme, wie oben erwaͤhnt wurde, tragen zur Erheiterung bei. Ein Veſperbrod, wo Wohlgeruͤche und auserleſene Fruͤchte verſchwendet ſind, beſchließt die Seene des Tages.

Inzwiſchen ſind ſie nicht gaͤnzlich Gefangene. Man erlaubt ihnen ein oder zweimal in der Woche in das Bad zu gehen, und ihre Verwandten und Freundin⸗ nen zu beſuchen. Eine andere Pllicht, welche ſie er⸗ fuͤllen duͤrfen, beſteht in Beweinung der Todten.

Die Aegypterinnen benehmen ſich bei Beſuchen ſehr affeetirt. Wenn eine Frau in den Harem tritt,

ſo erhebt ſich die Herrin des Hauſes, reicht ihr die

Hand, fuͤhrt dieſelbe an das Herz, umarmt und ladet ſie ein, an ihrer Seite Platz zu nehmen. Eine Sela⸗ vin empfaͤngt ihren ſchwarzen Mantel, und man bittet ſie, ſich es bezuem zu machen. Unter vielen Kom⸗ plimenten, in welchen der Charaeter des Landes ſich