Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1828)
Entstehung
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Die Maͤdchen werden auf die naͤmliche Weiſe er⸗ zogen. Schnuͤrbruſt und Blankſcheit, die Qual der jungen Europaͤerinnen, ſind ihnen unbekannt. Man laͤßt ſie nackt oder blos mit einem einfachen Hemde bedeckt bis in ihr ſechſtes Jahr. Die Kleider, welche ſie in der uͤbrigen Zeit ihres Lebens tragen, druͤcken keines ihrer Glieder, und laſſen den ganzen Koͤrper in ſeinem natuͤrlichen Baue unbeeintraͤchtigt. Man wird auch in Aegypten nicht leicht kraͤnkliche Kinder, oder verunſtaltete Perſonen ſehen.

Die Frauen beſchaͤftigen ſich aber nicht bloß mit der Erziehung ihrer Kinder. Alle Sorgen fuͤr das Hausweſen liegen ihnen am Herzen, und ſie glauben ſich nicht zu erniedrigen, wenn ſie mit eigenen Haͤn⸗ den ihr und ihres Gatten Nahrung zubereiten.

Den unveraͤnderlichen Geſetzen des Orients unter⸗ worfen, leiſten die Frauen den Maͤnnern nie, ſelbſt bei Tiſche nicht Geſellſchaft. Wenn die Großen Luſt haben, mit einer ihrer Gemahlinen zu ſpeiſen, ſo machen ſie es ihr zu wiſſen; ſie richtet nun das Zim⸗ mer gehoͤrig ein, durchraͤuchert es mit koͤſtlichen Wohl⸗ geruͤchen, bereitet die ſchmackhafteſten Gerichte, und empfaͤngt ihren Herrn mit Ehrfurcht und mit der auserleſenſten Aufmerkſamkeit. Die gemeinen Weiber bleiben dann gewoͤhnlich ſtehen, oder ſitzen in einer Ecke des Zimmers, waͤhrend der Gemahl ſpeiſet. Ofe reichen ſie ihm Waſchwaſſer, und bedienen ihn bei Tiſche. Dieſe Gebraͤuche, welche die Europaͤerinnen