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2 neugebornen Kinde die Bruſt. Erfordern die Umſtaͤn⸗ de, eine Saͤugamme kommen zu laſſen, ſo betrachtet man ſie nicht wie eine Fremde. Sie wird ein Glied der Familie, und bringt den Reſt ihrer Tage in der Mitte der Kinder zu, welche ſie genaͤhrt hat. Man ehret und liebt ſie, wie eine zweite Mutter.
Der Harem iſt die Wiege und Schule der Kind⸗ heit. Das ſchwache, neugeborne Weſen wird nicht in das traurige Wickelzeug eingehuͤllt, welches die Quelle von vielen tauſend Krankheiten iſt. Ausge⸗ ſtreckt auf einer Matte, der reinen Luft in einem wei⸗ ten Zimmer ausgeſetzt, athmet es ungehindert, und ſtreckt nach Belieben ſeine zarten Glieder aus. Alle Tage gebadet, erzogen unter den muͤtterlichen Augen, waͤchſt es mit Schnelligkeit. Frei in ſeinen Bewe⸗
gungen, verſucht es ſeine zunehmenden Kraͤfte, und
auf den Teppich, der den Fußboden deckt, kann es nie hart und gefaͤhrlich fallen. 3
Im ſiebenten oder achten Jahre verbannt man es nicht aus dem vaͤterlichen Hauſe, um es in einer oͤf⸗ fentlichen Anſtalt Geſundheit und Unſchuld verlieren zu laſſen. Wohl ſammelt es ſo wenige Kenntniſſe; ſeine Erziehung beſchraͤnkt ſich oft nur auf Schreiben und Leſen, aber es genießt einer feſten Geſundheit und Furcht vor Gott, Ehrfurcht gegen das Alter, kindliche Zaͤrtlichkeit, Neigung zur Gaſtfreundſchaft kann es nur im Schooße der Familie ſich aneignen
und tief in die Seele graben.


