Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1828)
Entstehung
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beweinen ſie ihn, ſchmuͤcken alle Wochen ſein Grab mit Blumen, und ſingen Trauerlieder. Die Aegyp⸗ tier haben den Gebrauch verloren, die Todten einzu⸗ balſamiren, aber ſie haben die Gefuͤhle bewahrt, aus welchen dieſe Sitte entſprungen iſt.

XlV. Aegypten heſitzt eben ſo, wie Italien, Stegreif⸗Dichterinnen, Almé(Weiſe) genannt. Sie bilden einen beruͤhmten Verein in dem Lande. um darin aufgenommen zu werden, iſt erforderlich eine ſchoͤne Stimme, Gewandtheit im Sprechen, Kenntniß der Sprachgeſetze und die Faͤhigkeit, vloͤtzlich paſſende Strophen auf eintretende Umſtaͤnde zu dichten und ab⸗ zuſingen. Die Alme wiſſen alle neuen Lieder auswen⸗ dig, und ihr Gedaͤchtniß iſt mit den ſchoͤnſten Moals (Elegien), und mit den artigſten Maͤhrchen ausge⸗ ſchmuͤckt. Ohne ſie wird kein Feſt gefeiert, und bei jedem Freudenmahle ſind ſie die Krone der Unterhal⸗ tung. Man ſetzt ſie auf eine Buͤhne, wo ſie waͤhrend der Tafel herabſingen. Hierauf ſteigen ſie in den Saal hernieder, und fuͤhren pantomimiſche Taͤnze auf, durch welche ſie die Handlungen des gemeinen Lebens darſtellen. Die Geheimniſſe der Liebe geben ihnen ge⸗ woͤhnlich den Stoff dazu. Die Biegſamkeit ihres Koͤr⸗ pers iſt unbegreiflich. Man erſtaunt uͤber die Beweg⸗ lichkeit ihrer Geſichtszuͤge, welchen ſie nach Belieben dasjenige Gepraͤge geben, das mit der angenommenen Nolle harmonirt. Oft ſteigern ſie das Unanſtaͤndige der Sellungen bis zur Ausſchweifung. Blicke, Geber⸗

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