ſelbſt, ſo beobachten ſie Stillſchweigen. Erwachſene Maͤnner duͤrfen ſich in die Unterhaltung miſchen, ſo⸗ bald aber der Scheik*) redet, ſo ſchweigen ſie und
horchen aufmerkſam zu. Man erhebt ſich, wann die⸗ ſer in eine Verſammlung tritt. Man weicht ihm aus
auf oͤffentlichen Plaͤtzen, und uͤberall wird ihm Ach⸗
tung und Ehrfurcht gezollt. Dieſe Gebraͤuche herrſch⸗
ten in Aegypten ſchan ſeit Herodot. Der Despo⸗
tismus unterhaͤlt ſie noch. Unter einem eiſernen Jo⸗ che wagt man nicht, das Haupt zu erheben. Es waͤre
ein Verbrechen, ſeine Reichthuͤmer dem Publikum zur
Schau zu tragen. Sorgfaͤltig vermeidet man alles,
was die Habſucht der Tyrannen aufreitzen koͤnnte.
Man fuͤrchtet ſogar wohlhabend zu ſcheinen. Deßwe⸗
gen kann man nur im Innern der Familie Ruhe und
Gluͤck ſinden.
Hier werden die heiligen Geſetze der Natur in ihrer urſpruͤnglichen Reinheit bewahrt. Jeden Tag kommen Kinder und Enkel, um ihrem Großvater den Zoll der Ehrfurcht und Zaͤrtlichkeit zu weihen. Gluͤck⸗ lich im Schooße der Familie gewahrt er die Naͤhe des Todes nicht, der ihn umfaͤngt, und entſchlummert unter den Umarmungen ſeiner Kinder. Lange Zeit
*) Dieſes Wort bezeichnet einen Greiſen. Der Aelteſte der Familie nimmt dieſen ehrwuͤrdigen Namen an. Man gibt ihn auch den Geſetz⸗ Verweſern.


