386 und Nordens Herberge von mehr als 50 bewaffne⸗ ten Maͤnnern, welche gekommen waren, ſich ihrer und ihres Gemahls zu bemaͤchtigen, vielleicht auch, um Gewalt gegen alle Fremden auszuuͤben.
Der Baſcha, welcher die muthige That dieſer Dame, zugleich auch die Unſchuld der Bedienten er⸗
fuhr, wuͤrdigte Norden und ſeinen Freund von dem
Tage an ſeines Schutzes auf eine ganz vorzuͤgliche Art, und ſetzte ſie alſo auf das Kuͤnftige gegen andere und aͤhnliche ſchimpfliche Anfaͤlle in Sicherheit. Dieſen Schutz wuͤrden ſie nimmer erhalten haben, wenn nur ein Tuͤrke ſein Leben in dieſem Handgemenge einge⸗ buͤßt haͤtte.
Rorden ſchreibt daher an einer Stelle ſeines Tagebuches:„Wenn ein Fremder in Aegypten ankommt, ſo ſetze er ſich? Grundgeſetze zur Richtſchnur ſeines Verhaltens, welche alle Franken nothwendig beobachten muͤſſen, wenn ſie im Lande ſicher ſeyn wollen. Das erſte iſt, daß er alle Gelegenheit ver⸗ meide, aus welcher die Muſelmaͤnner nur den gering⸗ ſten Vorwand entnehmen koͤnnten, Haͤndel anzuſpin⸗ nen. Man leide lieber mit Geduld kleine Beleidigun⸗ gen, als daß man wagen ſollte, mit dem Beleidiger ſich anzubinden. Die zweite Regel iſt, daß, wenn der Streit mit einem Tuͤrken nicht vermieden werden kann, ſo wende man die groͤßte Sorgfalt darauf an, wie man ſich ſelbſt vertheidigen koͤnne. Sollte man das Ungluͤck haben, einen Tuͤrken, mit dem man


