Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1828)
Entstehung
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ihren Gatten zuruͤck in ſein Zimmer, ſchloß die Thuͤre ab, und kehrte gleich ſelbſt wieder ſich gegen ihre Feinde, um ihnen die Stirne zu bieten. Dieſer Ent⸗ ſchluß, ihre Geſchicklichkeit, ihr Muth, entſchied die Angelegenheit. Da ihr Mann, der jeden Augenblick ſeinen Karabiner abſeuern wollte, was die gefähr⸗ lichſte Wendung der Sache gegeben haͤtte, und der es um ſo verlaͤſſiger jetzt gethan haͤrte, wenn er ſeine Gemahlin gleichſam unter den Dolchen ſeiner Moslemins erblickt entfernt und aus dem Spiele war, trat dieſe, zwar nicht mit mehr Maͤßigung, doch entſchloſſen unter die Angreifer hinein. Da wich gleich einer ihrer Feinde zuruͤck, und beklagte den Ver⸗ luſt eines Theils ſeines Bartes, den ſie ihm ausge⸗ riſſen hatte. Ein Anderer, dem ſie einen Fußſtoß ge⸗ geben hatte, entfloh. Den Dritten verwundete ſie mit ihrer Scheere, dem Vierten gab ſie eine wohlan⸗ gebrachte Ohrfeige, und auf gleiche Art empfing ſie auch den Fuͤnften; ein Jeder empfing ſeinen Theil. Wer mit Augen ſah, mit welcher Entſchloſſenheit und Geſchicklichkeit ſie bald den Asgriff that, und bald ſich vertheidigte, der mußte faſt nothwendig auf den Gedanken gerathen, ſchreibt Norden, daß es nicht das erſtemal geweſen, daß ſie ſich in einer ſolchen Verlegenheit befand. Endlich trat ein Janitſchar, ihr voriger Feind, nun wohl durch die Herzhaftigkeit der Frau gewonnen, auf ihre Seite. Mit deſſen Huͤlfe reinigte ſie in weuiger als einer halben Stunde ihre