Teil eines Werkes 
1. Th., 2. Bdchn (1828)
Entstehung
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weilen. Am dritten Tage ſetzten wir uͤber die Waag,

und veiſten gegen Gran, die erſte tuͤrkiſche Feſtung,

unter Begleitung von 16 Ungariſchen Huſaren. Auf halbem Weg ſchickte mir der Kommandant von Graun a tuͤrtiſche Reiter entgegen. Als ſie mich ankommen ſahen, ritten ſie herbei, ſtellten ſich um meinen Wa⸗ gen, und gruͤßten mich hoͤflich. Nach einer kuxzen Fahrt über einen Abhang empfingen mich 150 andere türkiſche Reiter, welche mir durch ihre Schilder, ge⸗ malte Spieſe, mit Edelſteinen beſetzte Schwerter, durch ihre bunten Federbuͤſche, durch ihre Turbane, purpur und eiſenfarbige Kleider, auf ſchönen Pfer⸗ den ein praͤchtiges Schauſpiel gewaͤhrten. Unter Be⸗ gruͤßungen und Fragen langte ich in Gran an. Die⸗ ſer Name bezeichnet die Burg auf einem Huͤgel am Donauufer und die auf der nahen Ebene gelegene Stadt. Ich kehrte hier ein, wo wir auf bloßen Bret⸗ tern, üͤber welche grobe Decken geworfen waren, uͤber⸗ nachten mußten. Am folgenden Tage ließ mich der Singiacci(ſo heißen die Tuürken ihren Komman⸗ danten) zu ſich rufen. Ihm wird als Zeichen ſeiner Würde eine eherne, vergoldete Kugel auf einer Lan⸗ zenſpitze, durch eine Schaar Reiter vorgetragen. Ob⸗ wohl ich keinen Auftrag an ihn hatte, noͤthigte er mich, ihn zu beſuchen, wahrſcheinlich um die Urſache meiner Reiſe zu erforſchen.

Von Gran, wo wir fruühſtuͤckten, reiſten wir nach Ofen. Der Singiacci nur mit allen ſeinen