im Orient, ſondern in der ganzen Welt gehalten. Es hat hundert Thore und eine Meile Wegs im Um⸗ fange, wenn man die Wohnungen der Geiſtlichkeit dazu rechnet. Das jaͤhrliche Einkommen beſtand ehe⸗ mals in dreimal hundert tauſend Dukaten.
Sobald dieſe Kirche in der Tuͤrken Haͤnde gekom⸗ men iſt, haben ſie eine Moſchee daraus gemacht, die dazu gehoͤrigen Stifts⸗Gebäude aber zu Pferde⸗Staͤl⸗ len verwendet. Die Tuͤrken haben auch auſſer dieſer noch drei herrliche Moſcheen, mehrere Hospitaͤler, Springbrunnen und Schulen. Eine der ſchoͤnſten Kirchen unter den letztern iſt jene, ſo Muhmetb der Große erbaut hat, und worin er auch begra⸗ ben liegt. Dabei ſind hundert Haͤuſer mit bleiernen Daͤchern, worin die muhametaniſchen Prieſter wob⸗ nen, und die Fremden aller Religionen, mit ihrem Geſinde und Pferden, drei Tage lang unentgeldlich beherbergt werden. 3
Nicht weit davon ſind 150 Wohnungen fuͤr arme Leute, welche taͤglich Geld und Brod nach Nothdurft erhalten. Allein dieſe Gebaude ſtehen oft ganz öde: denn die Tuͤrken ſchäͤmen ſich des Bettelns, leiden auch keinen Orden, der arbeitsſcheu nur auf anderer Un⸗ koſten leben will. Was von dem jaͤhrlichen Allmoſen uͤbrig bleibt, wird zu andern wohlthaͤtigen Zwecken, in Krankenhaͤuſern, Irrenanſtalten ꝛc. verwendet. Die Turken haben die Gewohnheit, Narren, welche auf der Straße unruhig ſind, ſogleich einzuſperren, und
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