211 4 Thrazien. Wir kamen Macrotico ooruͤber, wel⸗ che Gegend ſonſt lange Mauer genannt worden. Hierauf erblickten wir die Stadt Byzantha, heuti⸗ gen Tages Rodeſto geheißen. Dieſe liegt an einem Golf des Meeres, welcher 30 Meilen breit iſt. Wir ließen die zwei Inſeln Proconeſo(jetzt Narmora) und Cesbico(jetzt Kalono) rechts liegen, und kamen zur Stadt Perintha(ſonſt Heraklea). Es ſind noch ſehr viele Merkmale vorhanden, daß hier im Alterthume eine große, beruhmte Stadt muͤſſe ge⸗ weſen ſeyn.
Die jetzige Stadt liegt an der Spitze eines Ber⸗ ges, der ſich weit in das Meer erſtreckt. Sie hat einen weiten und ſichern Hafen, dergleichen man we⸗ nige ſieht. Gegen die Mittagsſeite, wo die Einfahrt iſt, erblickt man zwei hohe Felſen. Das ganze Vor⸗ gebirg iſt voll eingefallener Gebaͤude und auſſer der Stadt ſieht man hier keine menſchlichen Wohnungen mehr. Dieſe hat gegen das Meer keine Mauern. Wir lagen vor derſelben waͤhrend der Nacht ſtill, und ſtiegen nicht auf das Land. Als wir aber am andern Morgen fortfahren wollten, erhob ſich ein kalter, friſcher Wind, der uns hurtig in den Golf von Se⸗ limbria getrieben. Hierauf folgte ein Gegenwind, der uns wieder zuruͤck warf. Nichts deſto weniger kamen wir aber, freilich mit großer Muͤhe und Ar⸗ beit an den Mündungen der Athyra und des Ba⸗ thinius voruͤber, zweier Fluͤße, die man gewoͤhn⸗


