Teil eines Werkes 
1. Th., 2. Bdchn (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

153

ſie nie vor Mitternacht kommen, und nur zur Som⸗ merszeit erſcheinen.

Am Abende des folgenden Tages, als wir den Port zu Bona erreicht hatten, ſchickte der Ge⸗ ſandte zum Kadi, welcher in dieſer Stadt im Na⸗ men des Köoͤnigs von Algier reſidirt, und großen Tribut einnimmt. Dieſer Kadi war fruͤher ein Chriſt, bezeugte ſich recht freundlich gegen uns, und ſchickte uns Speiſen und Fruͤchte. Dem Geſandten ließ er zwei Schuſſeln von ſehr ſchönem Maiolika uͤberbrin⸗ gen, welche angefuͤllt waren mit Speiſen, und köſtli⸗ chem Backwerk.

XII. Die Stadt Bona wurde vor Zeiten Hippona genannt, und man verſichert, daß hier der b. Auguſt inus Biſchof geweſen iſt. Zuerſt wurde ſie von den Roͤmern an das Meer, auf ſehr hohe Felſen erbaut. Darauf ſieht man noch eine herrliche Moſchee, und die Wohnung des Kadi. Ein anderer Theil der Stadt, gegen Mittag, liegt viel niedriger, in einem Thale, von friſchen, und klaren Quellen bewaͤſſert. Der Haͤufer moͤgen ohngefaͤhr dreihunderte ſeyn, meiſtens uͤbel und ſchlecht gebaut; denn die Stadt iſt von den Spaniern zweimal nach einander verbrannt worden. Kaiſer Karl V. hat nach Er⸗ oberung der Stadt gegen Weſt, auf einem hohen Berge, ein großes, weites Kaſtel erbaut, und viele Eiſternen darin graben laſſen, um daſſelbe mit Waſ⸗