Teil eines Werkes 
1. Th., 2. Bdchn (1828)
Entstehung
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VI Fernerer Aufenthalt, und Beſchreibung von Algier.

Donnerſtags den 16ten des Monats Juli, als ſich ein gefangener Chriſt auf einem tuͤrkiſchen Schiffe von ſeinen Ketten losgemacht hatte, ſtuͤrzte er ſich in das Meer und ſchwamm gerade auf unſere Galeere zu. Ein Tuͤrk auf einem andern Schiffe wurde dieß gewahr, ſprang auch in das Meer, ſchwamm dem Entronnenen nach, und erreichte ihn. Sicher haͤtte der Unglückliche ertrinken muͤſſen, denn der Muſel⸗ mann tauchte ihn beſtaͤndig unter das Waſſer. Doch unnſere Schiffleute erbarmten ſich, und zogen den Ver⸗ folgten halb todt aus dem Meer auf das Verdeck. 3 Nun kamen die Tuͤrken haufenweiſe herbei, um ihren

entflohenen Sklaven zu holen. Unter ihnen war auch der Herr deſſelben, der ihn fruͤher gekauft hatte. Als aber dieſer ſah, daß ſein Sklave gar uͤbel zugerichtet war, vielleicht mit dem Leben nicht davon komme, nahm er zehn Kronen und uͤberließ uns den gefan⸗ genen Chriſten gutwillig. Ddieſes Beiſpiel wirkte ſogleich auf andere gefan⸗ gene Chriſten maͤchtig; denn ſchon am folgenden Tage fluͤchteten ſich Mehrere auf unſer Schiff, unter wel⸗ chen auch ein Bluts⸗Verwandter unſers Hauptmanns 1 Coſte war, ein junger Menſch, in ſeinen beſten Jahren. Ein reicher Kaufmann in Algier hatte ihn als Sklaven an ſich gekauft. Etliche Tuͤrken hatten