Teil eines Werkes 
1. Th., 3. Bdchn (1828)
Entstehung
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ſeiner Erfahrenheit ungeachtet, mit der Flucht ſich retten muſte.

Die Eroberung von Konſtantinopel war fuͤr die Lateiner ſo nuͤtzlich, als die Einnahme von Jeru⸗ ſalem wichtig war. Die Kreuzfuͤrſten empfanden dar⸗ uͤber eine unausſprechliche Freude, und waren auf nichts mehr bedacht, als auf die Wahl eines lateini⸗ ſchen Kaiſers. Der Doge von Veuedig, der Mark⸗ graf von Montferrat, und der Graf von Flan⸗ dern kamen in Vorſchlag. Letzterer wurde endlich beſtaͤtiget, und in der Sophien⸗Kirche feierlich gekroͤnt. Dann nahm er alle Ditel, und Ehrenzeichen der Mor⸗ genlaͤndiſchen Kaiſer an. Dieſe neue Herrſchaft, welche nur ſieben und funfzig Jahre dauerte, wurde das Kai⸗ ſerthum der Lateiner genannt*). Die Kreuzritter waren nun vor Allem darauf bedacht, das griechiſche Reich in kirchlichen Dingen dem Papſte zu unterwer⸗ fen; jedoch beſchloßen ſie auch, daß der Kaiſer, und der Patriarch nicht von einerlei Nation ſeyn ſollten.

*) Unter Balduin II, dem Bruder R obert's von

Kourtenai, empörten ſich die Griechen mit neu auffebenden Kraͤften, und verjagten die La⸗ teiner. Der Kaiſer, Michgel Pala ologus ruͤckte ſich auf den Thuon, und ſeine Nachfolger herrſchten in einer voͤlligen Erſchlaſfung von Tugend und Ehre fort bis zum Jahre 1453, da Konſtantinopel von dem großen Sultan,

Mohumed II. erobert, und dem griechiſchen Kaiſerthum ein Ende gemacht wurde.