364
hatten die Kreuzfahrer keine Trauer, als uͤber ihren
tapfern Montmorenei, der zu Konſtantino⸗ pel ſein Pilgerleben endigte.. Dieſe Stadt war nun der Schauplatz graͤulicher Zerruͤttungen. Der errettete Kaiſer Iſaak wollte ſein Verſprechen erfuͤllen, und die verheißene Summe fuͤr die Kreuzzieher auftreiben. Zu dieſem Ende griff er die Kirchenſchaͤtze an. Weil er auch fuͤr die Sicher⸗ heit ſeines Lebens ſorgen wollte, ſo behielt er einen Theil der europäiſchen Voͤlker in der Stadt. Unbe⸗ dachtſamer konnte er nicht handeln, als daß er ſich Lenten anvertraute, die ſeinen Unterthanen verhaßt waren. Zu dem pluͤnderten einige Flamlaͤnder, Pi⸗
faner und Venediger eine Moſchee, welche der vorige
Kaiſer den Tuͤrken in der Stadt zu bauen erlaubt hatte. Dieſe rotteten ſich zuſammen, und ſchlugen die Fremdlinge in die Flucht, auf welcher ſie noch ei⸗ nige Haͤuſer in Brand ſteckten. Das Feuer griff mit unausſprechlicher Gefraͤßigkeit um ſich, die Winde fachten die Flammen immer entſetzlicher an, und nach ſieben Tagen lag der groͤßte Theil der Stadt, nebſt den praͤchtigſten Kirchen und Palaͤſten, auf eine fran⸗ zoͤſiſche Meile lang in Aſche.— Die Fuͤrſten des Kreuzheeres ſahen die ſer Flammenwuth, ohnmaͤchtig ihr Einhalt zu thun, auf der Hoͤhe von Galata zu. Dieſes Ungluͤck erbitterte die Einwohner gegen ihren neuen Kaiſer, und gegen die Kreuzfahrer auf das


