278 geſehen hatte. Die Einwohner hatten naͤmlich alle Leichname der Kreuzfahrer, zur Schmach des ganzen chriſtlichen Heeres, wieder ausgegraben. Indeſſeu rief der Kaiſer ſeine Streithaufen, welche noch immer bei Philippopolis gelagert waren, zuruͤck. Dieſe, von bitterem Haſſe gegen die Griechen getrieben, zuͤu⸗ deten die Stadt an, verheerten auf ihrem Wege, nach hinlaͤnglich genommener Beute, das Staͤdtchen Verot, und verweilten einige Tage vor Konſtan⸗ tia, um die Ankunft des Herzoges von Schwaben zu erwarten, welcher dem Fuͤrſten von Servien einen Beſuch abgeſtattet hatte. Zuletzt traf das ganze Kreut⸗
beer, behutſam vorwaͤrts ſchreitend, in der Umgegend
von Adriauopel zuſammen. Allein auch hier konnte des Kaiſers Sohn keinen Augenblick muͤſſig liegen; er brach zum vierten Mal auf, und zog nach Archa⸗ dinopolis, einer Stadt, welche einſt Kaiſer Archa⸗ dius erbaut hatte. Von den Einwohnern wird ſie Argionopel genannt. Die Kreuzfahrer fanden den Ort unbeſetzt, ohne Vorrath und Lebensmittel; nur etwas Wein und Getreide brachten ſie mit ſich zuruͤck⸗ Auf dieſem Zuge will man eine merkwuͤrdige Erſchei⸗ nung geſehen haben. Es war naͤm ich in den erſten Stunden der Nacht der ganze Himmel ploͤtzlich er⸗ leuchtet, und ein ungeheuer großes Kreuz von blut⸗ rother Farbe ſchwebte laͤngere Zeit uͤber den erſtaunten Chriſten, welche freudig an ihre Bruſt ſchlugen, und: Herr Gott erbarme dich unſer! mit lauter


