Teil eines Werkes 
1. Th., 3. Bdchn (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

373

die unbekaunte Aſche eines derſelben einſchließt, traͤum⸗

ten wohl Unſterblichkeit. Und was iſt der Nutzen

dieſer Denkmale? Kaum gewaͤhren ſie den Arabern

der Wuͤſte ein wenig Schatten.

Weſtlich von den beiden groͤßten Pyramiden, ſieht

man eine Art aus Marmor gehauenen Kanals, der in das Innere der großen Pyramide fuͤhrt, die gewalt⸗ lam geoͤffnet worden war, wie Savary behauptet. In einer Entfernung von 300 Schritten gegen Oſt,

vor der zweiten Pyramide befindet ſich die beruͤhmte

Sphynx, deren Koͤrper(die Vereinigung des Kopfs

und der Bruſt einer Jungfrau mit dem Koͤrper eines

Loͤwen) unter dem Sande begraben iſt, allein deren koloſſales Haupt und Hals noch zu ſehen iſt; das Antlitz iſt von ſanftem, ruhigen Ausdrucke. Nor⸗ den konnte ſich aber dabei des Unwillens uͤber dieje⸗ nigen nicht erwehren, die ſo vandaliſch geweſen, die Naſe dieſer Sphynx zu beſchaͤdigen. Dieſe ſoll aus einem einzigen Felsſtuͤcke gehauen, 148 Fuß lang, und vorne 62 Fuß hoch ſeyn; allein jetzt nur noch 27 Fuß au dem Sande hervorragen. Dieſes Denk⸗ mal(nach Einigen Amgſis Grabmahl) beweiſet klar,

daß die Kunſt im graueſten Alterthume ſchon einen

ſehr hohen Grad von Vollkommenheit erlangt hatte.

Auch entdeckt man in der Naͤhe von dieſen Pyra⸗ miden einige Begraͤbnißgrotten. Auf einigen derſel⸗ ben hat Norden Hieroglyphen gefunden, welches zum Beweiſe dient, daß dieſe Grabſtaͤtten lange nach