Die Materialien zu dieſen rieſenhaften Gebaͤuden wurden in unbekannten Jahrhunderten aus dem Mo⸗ katom gezogen, einem Gebirge am rechten Ufer des Nils, von welchem ein Zweig Kairo beherrſchet. Man ſieht noch an demſelben die Stellen, wie die Steine gebrochen wurden, ſchreibt Ader. Moͤris war der erſte Erbauer einer Pyramide; der ſchaͤndliche Koͤnig Cheops erbaute die groͤßte. Die Koſten und Arbeiten, welche die Pyramiden veranlaſſen mußten, ſind gar nicht zu berechnen. Nach Herodot arbei⸗ teten an der großen Pyramide des Cheops 100,000 Menſchen 20 Jahre lang. Alle 3 Monate wurden ſie von andern 100,000 Mann abgeloͤſt. Cheops, als es ihm an Gelde fehlte, hat, den Bau ſeiner Pyramide zu vollenden, ſeine Tochter Jedermann fuͤr reiche Spende zur Unzucht preis gegeben. Dieſe hat ſich auch nach des Vaters Willen ergeben, iſt aber hernach ſo ſtolz geworden, daß ſie fuͤr ſich ſelbſt ein Denkmal hat errichten laſſen. Zu dem Ende iſt ſie mit jedem, der in ihren Armen gelegen, einig geworden, einen Stein zur Errichtung dieſes Denkmals herzugeben. Aus dieſen geſammelten Steinen, ſagt Herodot weiter, iſt diejenige Pyramide erbaut worden, die faſt in der Mitte ſteht, und ihre Vorderſeite nach der großen Pyramide kehrt.
Dieſe Berge, von menſchlicher Hand geſchaffen, wurden alſo bloß dazu errichtet, um einen Leichnam zu decken. Die Koͤnige, von welchen jede Pyramide


