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ſchlecht eingerichtete Saͤle nebſt 3— 4 Divans, dieſe ſind aber weiter nichts, als kleine Hoͤlen, die eine Art von Labyrinth vorſtellten. Sie dienten nur dazu, daß der Hausherr ſeine Weiber und Odaliken nach Belieben ſehen, aber doch keine von dieſen in das Be⸗ haͤltniß der andern ſehen, noch wiſſen konnte, was darin vorging.— Es gibt da eine Menge Gaͤrten auch, und die Palmen und Weinſtoͤcke nehmen viel Land ein.
In der Mitte des Nils zwiſchen Alt⸗Kairo und dem Orte Gize(Gizeh) liegt die Inſel Rodda (Roudah), auf welcher der Mokkias(Mikkias), oder Megyas ſtehet, und merkwuͤrdig iſt. Man bemerkte dann mittels dieſer errichteten und nach Graden ab⸗ getheilten Saͤule hier alle Tage das Steigen und Fal⸗ len des Nilwaſſers. Nach dieſem richten ſich dann die oͤffentlick en Ausrufer, welche es in verſchiedenen Stunden durch die ganze Stadt uͤberlaut verkuͤnden, wie es in beiden Faͤllen mit dem Waſſer ſteht. Nach arabiſchen Geſchmack iſt dieſer Thurm angelegt. Ne⸗ ben ihm ſteht eine große Moſchee. Auf dieſer Inſel ſoll Moſes von der Tochter des Pharao gefunden worden ſeyn. 4
Nahe an Kairo findet man die ſogenannte Stadt der Todten oder Graͤber, welche groͤßer iſt, als Kairo felbſt; hier haben alle Familien ihre Begraͤbniſſe, und eine Menge Moſcheen, Minarets und Kuppeln bewah⸗ ren das Andenken der hier ruhenden Großen. Selbſt
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