III. Von Theben.
Am 13. kam ich zum Scheick von Zenieh mit zwei Briefen, welche ich von ſeinem Obern und dem Scheick zu Furshut erhalten hatte. Ich beſchenkte ihn; er war ſehr artig, und ſchenkte mir ein Schaf. Ich reiſte nach Karnack, einem Theile des alten The⸗ beu, wo Druͤmmer eines ſehr praͤchtigen Tempels ſich finden. Ich fing an das erſte Thor zu meſſen, und eine Nachricht davon in mein Buch einzurragen. Mein Begleiter von Furshut wendete mir ein, daß dieſes nicht ohne Erlaubniß des Groß⸗Scheicks geſchehen duͤrfe, welcher nahe am Fluſſe auf der Nordſeite ge⸗ lagert ſei. Er begleitete mich zu ihm, welcher mir ei⸗ nen Begleiter zur Anſchaunng der Truͤmmer mitgab. Ich meßnete den Tempel 2— 3 Stunden, waͤhrend welcher das Volk ſich um mich verſammelte, aus Man⸗ gel an eigenen Lebensmitteln begnuͤgte ich mich mit dem geringen Brode, welches zu haben war. Mein Schiff ließ ich bei dem Lager des Scheick liegen, wel⸗ chen ich beſuchte. Er lud mich ein, mit ſeinem Se⸗ kretaͤr zu eſſen; allein ich begab mich wegen Muͤdig⸗ keit an mein Schiff. Die Lager waren ſo regelmaͤßig, wie bei einer Armee: in der Mitte war das große gruͤne Zelt des Scheicks, welcher in einer Ecke deſſel⸗ ben, und neben welchem 3— 4 Offiziere ſaßen. Die Scheicks pflegen auf ſolche Art durch das ganze Land zu ziehen, um den Tribut und die Renten einzuſam⸗ meln. Der Sekretaͤr kam in mein Schiff, und nahm
Iites B. Aegypten. I. 3. 3


