103
Marſeille, Tarent und Venedig. Aus dem
Bosporus werden taͤglich alle byzantiniſchen Maͤrkte
zum Ueberfluſſe gefuͤllt, beſonders auch mit Auſtern,
und noch gibt derſelbe eine reichliche Ausfuhr in
fremde Laͤnder. Deßwegen heißt der Bosporus mit
Recht wohl ein Goldgewaͤſſer. Zu dem iſt das Klima
des Bosporus nicht unfreundlich, wie es aus der
Ferne her erſcheint, und neblig, vielmehr recht heiter.
Denn ſeine Geſtade haben alles Angenehme der ſchoͤn⸗ ſten Meeresufer und der Geſtade der beruͤhmteſten
Fluͤſſe der Welt. Auf beiden Seiten des Bosporus
erheben ſich maͤßige Anhoͤhen mit waldreichen Thaͤlern.
Rebenſtoͤcke, Suͤdfruchtbaͤume, Blumen und Kraͤuter
ſtehen da in herrlicher Vermiſchung. Und von dieſen
Huͤgeln herab rinnen dieſſeits und jenſeits an dreißig
klare Quellenbaͤche. Dieß und die vielen Buſen, wel⸗
che der Bosporus bildet, machen die Gegend um
denſelben nicht bloß zu einer der wohnlichſten, ſon⸗
dern auch zu einer der ſchoͤnſten. Sonach aber darf man eben ſich nicht wundern, daß Jaſon ſchon dieſe Geſtade fuͤr einen Goͤtter⸗Aufenthalt erklaͤrte, und
zu den ſchon vorhandenen Tempeln und Aitaͤren noch
andere gruͤndete. Mit Recht opferte er damals dem
Apollo, der Here, der Aphrodite, der Pallas,
dem Zeus, dem Poſeidon, dem Baechus, der
Demeter und der Artemis hier; denn alle dieſe
Goͤtter haben ihrer Gaben Fuͤlle uͤber die Geſtade des
Bosporus ausgeſchuͤttet⸗


