Teil eines Werkes 
1. Th., 1. Bdchn (1830)
Entstehung
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Der Urſprung des Thraziſchen Bosporus iſt der Pontus Euxinus, uͤber welchem die Maͤo⸗ tiſche See, gewoͤhnlich Mutter des Bosporus genaunt, mit der Tanais die Graͤnzen zwiſchen Aſien und Europa bildet. Der Pontus, vom An⸗ fang enge, in der Mitte weit, am Ende wieder enge, muͤndet wie ein ſehr großer Fluß in das Aegaͤer⸗ Meer. Das Ende des Pontus wird Helleſpon⸗ tos, die einer See gleichende Mitte deſſelben Pr o⸗ vontis, und der Anfang deſſelben Bosporus ge⸗ nannt. Die alten Griechen gaben dem Bosporus

verſchiedene Namen, die jetzigen nennen ihn abwech⸗ felnd Steuon oder Laimon; die Tuͤrken nennen ihn Bogazin. Woher dieſer Meeresenge der Name Bosporus geworden, daruͤber ſind die Meinungen verſchieden. Die beiden wahrſcheinlichſten Sagen in dieſer Beziehung ſind dieſe. Die Kuͤſten-Bewohner follen Ochſen oder Kuͤhe vor ihre Fahrzeuge geſpannt haben, um ſo von einer Kuͤſte zur anderen uͤberzuſetzen. Oder: das erſte Schiff, welches von einer Kuͤſte zur andern ſegelte, ſoll einen Öchſenkopf an ſeinem Vor⸗. dertheile gehabt haben. Nach den Dichtern verdankt der Bosporus ſeinen Namen der Jo, der Tochter des Koͤnigs Inachus. Dieſe ſey als Geliebte des Zeus von der eiferſuͤchtigen Here in eine Kuh ver⸗ wandelt, und uͤber den Bosporus getrieben wor⸗ den. Die Stelle, wo ſie landete, in der Gegend von Chroſopolis, beißt Damalis.