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Ungeachtet ſie dem weiblichen Geſchlecht mit einer gewiſſen Ehrbarkeit begegneten, ſo traten ſie doch bei der Verrichtung ihrer natuͤrlichen Nothdurft niemals auf die Seite. Ihre Verehelichungen waren ſehr frei und ohne Foͤrmlichkeiten; ſie gaben weder Zeichen beſonderer Liebe, noch großer Eiferſucht, noch raͤum⸗ ten ſie dem Ehemanne ein beſonderes Recht ein. Sie vermehrten ſich ſtark, ungeachtet die Schwanger⸗ ſchaft von keiner Arbeit befreite. Das Gebaͤren war den Weibern weder muͤhſam noch ſchmerzlich; ſie ba⸗ deten ſich dann in einem Fluſſe, und waren gleich ſo munter und geſund, wie vorher. Sohbald ſie aber waͤhrend der Schwangerſchaft vom Vater des Kindes zur geringſten Beſchwerde oder Unzufriedenheit veran⸗ laßt worden waren, ſo trieben ſie daſſelbe durch den Saft einiger Kraͤuter von ſich ab; weßwegen die Maͤnner mit großer Beſcheidenheit und Zaͤrtlichkeit waͤh⸗ rend derſelben ihnen gewoͤhnlich begegneten. Maͤnner und Weiber waren nackend bis an die Lenden, welche von einem Guͤrtel aus Laub oder Baumwolle umwun⸗ den waren. Deſſen ungeachtet waren ſie durch ihr oͤfteres Waſchen und Baden ſehr reinlich. Ihre Wohnungen waren gemeinſchaftlich, und gewoͤhnlich fuͤr so Perſonen geraͤumig genug; doch dienten die⸗ ſelben nur zum Schutze gegen unmaͤßige Hitze oder Stuͤrme. Ungeachtet dieſes großen Umfanges hatten die Wohnungen die Geſtalt einer Glocke, und waren mit Palmblaͤttern und Palmzweigen bedacht⸗ und


