Teil eines Werkes 
1. Th., 2. Bdchn (1828)
Entstehung
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Land ſteigen, um es auszukundſchaften. Die Indier lebten vorzuͤglich von Kraͤutern und Fiſchen; doch bereiteten ſie ſich auch eine Art Brod, uca, aus einer gewiſſen Wurzel. Der Mangel manches ge⸗ wohnten Lebensmittels wurde aber reichlich erſetzt durch wilde Thiere, welchen die Spanier eifrig nach⸗ jagten. Auch war das Waſſeer ſehr hell und goſund. Die Einwohner waren gewohnt, ihre Fieberkranken in kaltes Waſſer zu tauchen, und ſie dann an ein großes Feuer zu legen, wodurch ſie nach einem Schlafe von wenigen Stunden geſund wurden. Das Land war wegen ſeiner Lage und angenehmen Luft ſehr einladend; allein von Gold zeigte ſich nicht die ge⸗ ringſte Spur. Es iſt etwa 200 Meilen uͤber dem Orinoko gelegen.

Waͤhrend des 2-taͤgigen Aufenthaltes wurden die Spanier mit den Indiern ſo vertraut, daß ſie viele ihrer Gebraͤuche und Gewohnheiten kennen lernten. Damit ſie ſich von unvernuͤnſtigen Thieren under⸗ ſchieden, ſchnitten ſie ihre Haare am ganten Leibe ab, außer an dem Kopfe. Sie liefen ungemein ſchnell, und konnten ſehr gut ſchwimmen. Sic hat⸗

ten wahrſcheinlich kein Oberhaupt, welchem ſie Ge⸗

horſam ſchuldig waren. Sie aßen alles, was ſie fan⸗ den, zu jeder beliebigen Stunde, ſitzend, wenig, und aus irdenen Gefaͤßen, welche ſie ſeibſt verfertigten. Sie ſchliefen in Haͤngematten von Baumwolle, wel⸗

che durch vier Spitzen an Baͤume befeſtigt waren.