Teil eines Werkes 
1. Th., 2. Bdchn (1828)
Entstehung
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Man fuhr anfangs gegen Weſt, dann gegen Suͤd, und entdeckte ſchon am 27. Tage ein Land, welches man bald fuͤr feſtes erkannte. Nur aus Furcht vor den Klippen wurden in einiger Entfernung vom Ufer die Anker geworfen. Da einige Matroſen in Barken ſich dieſem naͤherten, ſahen ſie viele nackte Indier, welche bei dem Anblicke der Spanier Zeichen großer Bewunderung gaben, aber ſich entfernten, ſobald man ſie durch Winke herbei zu locken ſuchte. Die Lage der Flotte in einer offenen Rhede war bei dem geringſten Windſtoße gefaͤhrlich; deßwegen beſchloß Alonſo Ojeda, Hojeda oder Fojeda neben der Kuͤſte fortzuſegeln, und einen bequemern Hafen zu ſuchen, welchen er ſchon nach zwei Tagen fand. Ungeachtet hier viele Indier ſich verſammelten, ſo ſetzte er doch 40 Mann mit Schellen an das Land, deren Klang die Wilden mehr feſſelte, als alle Zei⸗ chen von Friede und Freundſchaft. Des Abends fanden die Spanier raͤthlich, auf ihre Schiffe zuruͤck zu kehren; deßwegen konnte die durch Schellen ein⸗ geleitete Vertraulichkeit erſt des andern Tages voll⸗ endet werden. Dieſe Indier waren von mittlerer Groͤße, gut geſtaltet, hatten breite Geſichter und Stirnen, eine Farbe wie die Haare eines Loͤwen und ſchienen ſehr ſanften Charakters zu ſeyn.

Ojeda ſetzte in ihre Menſchenfreundlichkeit das Vertrauen, daß ſie ſeine Flotte mit Lebensmitteln verſehen wuͤrden. Er ließ einige ſeiner Leute auf das