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nigs, durch welchen er allen Maͤchten der ganzen Welt empfohlen war. Hierauf gab man ſeine Barke mit ſeinen Leuten unter vielen Entſchuldigungen zuruͤck, wogegen er die Miene machte, als ſei er zufrieden. Seine gefangen geweſene Mannſchaft verſicherte ihn aber, alle Unterthanen des Koͤnigs von Portugal ſeien beordert, ihn gefangen zu nehmen, wo ſie ihn faͤnden. Er wuͤrde auch dieſem Uugluͤcke nicht entgangen ſein, waͤre er mit der erſten Haͤlfte ſeiner Mannſchaft gelandet.
Sobald das Wetter guͤnſtig wurde, ſegelte er ge⸗ gen Oſt dis zum 2. Maͤrz gluͤcklich fort. Ein ſehr großer Vogel, welchen er fuͤr einen Adler hielt, ſetzte ſich auf einen Maſt, und war gleichſam der Vorlaͤufer eines zweiten eben ſo ſchrecklichen Sturmes, in wel⸗ chem das Loos des Geluͤbdes wieder auf den Admiral fiel. Zwei Tage tobte der Sturm ſo fort, daß die ganze Mannſchaft bereits alle Hoffnung zur Rettung aufgegeben hatte. Endlich ſah man in ſehr dunkler Nacht Licht auf dem Lande, welches ſich als der Fel⸗ ſen Cintra des andern Tages offenbarte. Obgleich jetzt der Wind zur Fortſetzung der Reiſe nach Spa⸗ nien guͤnſtig war, ſo war doch die See noch ſo unru⸗ hig, daß Kolomb fuͤr noͤthig hielt, im Hafen von Liſſabon zu landen.
Der Koͤnig von Portugal hielt ſich damals zu Valparaiſo auf. Solhald er einen reitenden Bo⸗ ten an den ſpaniſchen Hof abgeſchickt hatte, ließ er dieſen Fuͤrſten um Erlaubniß hier zu ankern erſuchen,


