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Obwohl das in die See geworfene Faß in ganz andere Haͤnde haͤtte gelangen, und ein anderer Hof den Nutzen der Entdeckung ziehen koͤnnen, ſo bildeten doch die Matroſen ſich ein, dieſes Einwerfen deſſelben ſei ein ganz neues Religionsmittel zur Beſaͤnftigung des Zornes Gottes. Da der Sturm wirklich bald dar⸗ auf ſich legte, ſo rechnete die ganze Mannſchaft dieſe guͤnſtige Wendung des Schickſales nur der Froͤmmig⸗ keit Kolomb's zu.
Gleich im Anfange des Sturmes war das zweite Schiff aus dem Geſichtskreiſe des erſten verſchwun⸗ den; man hielt es alſo fuͤr verloren, weil man es nach geendigtem Sturme nicht wieder ſah. Am 18. Februar ſah man wieder Land in Oſt⸗Nord⸗Oſt, welches einige fuͤr Madera, Andere fuͤr den Felſen Eintra bei Liſſabon hielten. Kolomb kam am 16. Februar Nachts an eine Inſel, ohne daß er wuß⸗ te, wo er war. Er ſchlief etwas, weil er drei Tage nicht geruht hatte. Bei dem Erwachen war er durch die feuchte Luft und große Abmattung faſt gelaͤhmt an den Fuͤßen. Am 48. Februar erfuhr er ſeine An⸗ naͤherung an der azoriſchen Inſel Santa Maxria, wo er Anker warf..
Der portugieſiſche Befehlshaber, Don Juan de Caſtaneda, ließ ihn ſogleich bewillkommen, und ſchickte ihm einige Erfriſchungen an Bord. Durch dieſe Artigkeit wurde er ſo vertrauensvoll, daß er, um zeitig nach den Geluͤbden Gott zu danken, des andern


