Teil eines Werkes 
1. Th., 1. Bdchn (1828)
Entstehung
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ſonders Nachts; was der erfahrne Kolomb nur von der Naͤhe des Landes erklaͤren konnte. Er machte daher ſchon vor dem Ablaufe des dritten Tages zu wiſſen, daß er dieſe Nacht noch Land zu erblicken hoffe. Er ordnete Gebete an, ermahnte die Steuer⸗ maͤnner zur Wachſamkeit, und ließ alle Segel bis auf ein unteres am Fockmaſt aufziehen. Aus Beſorg⸗ niß, die Schiffe moͤchten durch irgend einen Wind⸗ ſtoß zerſtreut werden, verordnete er auch deren Zu⸗ ſammenziehen. Endlich erhoͤhte er noch die vom Koͤ⸗ nige beſtimmte Belohnung jaͤhrlicher Einkuͤnfte von 2000 Maravedis*) fuͤr den erſten Entdecker des Landes, mit einem Sammet⸗Mantel.

Abends um 10 Uhr erblickte er Licht, als er ſich im hintern Kaſtelle befand. Sogleich ließ er den Kam⸗ merdiener der Koͤnigin, Peter Guttierez, rufen, welcher gleiche Meinung hegte. Der Gegenſchreiber der Flotte, Rodrigo Salzedo, glaubte anfangs nichts wahrzunehmen; doch bald ſahen alle drei, daß das Licht ſeinen Standort veraͤnderte. Zwei Stuun⸗ den nach Mitternacht riefen zwei Matroſen der Pin⸗ ta, welche voraus eilte: Land! Land! und gaben noch andere Freude⸗Zeichen. Sie hatten auch die Kuͤſte in der That entdeckt, und waren nur noch

*) Ungefaͤhr soo Thaler: denn 32 Maravedis ma⸗ chen 6 ſpaniſche Stuͤber.