Freundſchaft abgeordnet waren. Dieß war gewiß wi⸗
der alle Billigkeit, wider alle Get ohnheit und wider
das Voͤlkerrecht, ſowohl unter Chriſten, als ſelbſt un⸗
ter den wilden Voͤlkern. Mit Recht war nicht alein
das Kreuzheer, ſondern die ganze Chriſtenheit daruͤber
aufgebracht; denn es leuchtete deutlich ein: der grie⸗
chiſche Kaiſer wolle, durch die Unbilden, welche er
den Chriſten, und vorzuͤglich den Geſandten des teut⸗
ſchen Kaiſers zufuͤgte, ſich in die Freundſchaft und in
das gute Benehmen des ſarazeniſchen Herrſchers
Sala⸗heddin einſchmeicheln, der doch als der aͤrgſte Feind der Chriſten bekannt war. Man kann ſich leicht vorſtellen, wie ſehr dieſe, und beſonders das
Kreuzheer daruͤber aufgebracht waren; das Eigenthum der Griechen blieb nun⸗ auch von ihrer Seite weniger verſchont, und was man nicht genießen, oder gebrau⸗ chen konnte, wurde zu Boden getreten.
Nach einigen Tagen zogen die Kreuzfahrer froh⸗ lockend in Philippopolis ein, und ließen ſich dort bei manchen vorgefundenen Nahrungsmitteln und Bequem⸗ lichkeiten, recht wohl ſeyn. Sie ſahen dieſe Stadt, ſo lange ihnen der Kaiſer von Konſtantinopel die Ueberfahrt uͤber das Meer verſagen wollte, gleich ſam als ihr Eigenthum und als ihre Heimath an; auch verweilten ſie beinahe eilf Wochen daſelbſt. Inzwi⸗ ſchen waͤre es dem teutſchen Kaiſer ein Leichtes ge— weſen, ganz Mazedonien zu erobern; denn die Falſchheit und die Nachſtellungen der Griechen hatten


