139
ergriff, und viele Beute zuruͤck ließ. Dieſe wurde nach Joppe gebracht, und nach billigem Maße unter die Kriegsgefaͤhrten vertheilt; worauf der Koͤnig mit ſei⸗ nen Leuten nach Jeruſalem zuruͤck kehrte.
Unterdeſſen waren auch die uͤbrigen Fuͤrſten Pa⸗ laͤſtinens nicht unthaͤtig, ſondern jeder bot alle Kraͤfte auf, ſein Gebiet zu erweitern. Tancred in Gali⸗ laͤen ruͤckte mit verſtaͤrkter Mannſchaft gegen die Staͤdte Agamea und Laodizea vor, und eroberte ſie nach vie⸗ ler Anſtrengung. Der Graf Balduin von Bourg war, als Herr von Edeſſa, auf jede Gelegenheit zur Erweiterung ſeines Gebietes ſo aufmerkſam, daß er ſich dadurch allen benachbarten Barbaren furchtbar machte. Es gelang ihm ſogar 1104, die bei Edeſſa liegende Stadt Carra in Meſopotamien nach langer Belagerung aus⸗ zuhungern und zur Uebergabe zu zwingen. Allein waͤhrend die abendlaͤndiſchen Fuͤrſten mit einander un⸗ einig waren, welcher als kuͤnftiger Beſitzer zuerſt ein⸗ ziehen ſollte, verging ſo viel Zeit, daß das Heer der Tuͤrken den Belagerten zur Huͤlfe herbei kam, mit „gezucktem Schwerte uͤber die Belagerer herfiel, und ſie theils nieder machte, theils zerſtreute, theils gefangen nahm. Der Graf Balduin von Edeſſa, der daſige Biſchof Benedikt, und ſein Blutsverwandter Joſf⸗ eelin geriethen dabei in feindliche Gefangenſchaft. Dagegen war der Graf Raimund von Toulouſe in der andern Gegend beeifert, neue Schloͤſſer anzule⸗ gen, ſie mit guter Beſatzung zu verſehen, und da⸗


