Teil eines Werkes 
1. Th., 2. Bdchn (1828)
Entstehung
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ſern und Doͤrfern gefuͤllte und thierreiche Ebene, wo viel Leinwand fabrizirt wurde, erreichte man die durch Hupilai ganz verwuͤſtete Provinz Thebet oder Thibet, fuͤr welche alle Reiſende auf 20 Tage mit Lebensmitteln verſehen ſeyn mußten. Außer derſelben traf man zwar wieder Staͤdte und Doͤrfer, aber eine ſehr veraͤchtliche Gewohnheit. Daſelbſt durfte naͤmlich kein Maͤdchen als Jungfrau ſich verehelichen: deswe⸗ gen fuͤhrten die Muͤtter ihre mannbaren Toͤchter den Fremden fuͤr die Zeit ihres Aufenthaltes zu, bei de⸗ ren Abreiſe ſie ſich ein Erinnerungszeichen ausbaten. Mit je mehr ſolchen Andenken der Hals eines Maͤd⸗ chens geſchmuͤckt war, deſto mehr ward es geachtet, und konnte auf die vortheilhafteſte Heirath Anſpruch machen. Doch nach der Verehelichung ſollten ſie ih⸗ ren Maͤnnern treu ſeyn, und jeder war vorſichtig, ſeinen Nachbar hierin nicht zu beleidigen. Mit dieſer ſcheinbaren Liberalitaͤt ihrer Toͤchter ſtand ihre vorherr⸗ ſchende Neigung zum Betruge, Diebſtahle, Raube und zur Grauſamkeit im grellſten Widerſpruche. Sie lebten von der Jagd und den freien Erzeugniſſen der Erde, und verfolgten durch ſehr große Hunde die zahl⸗ reichen Biſamthiere und wilden Ochſen. Sie waren mit Thierfellen oder grober Leinwand bekleidet, hatten ihre eigene Mundart, und bedienten ſich der Korallen ſtatt des Goldes zum Verkehre und Halsſchmuck der Weibsperſonen.

Weſtlich von Thebet lag die Stadt und Provinz