Teil eines Werkes 
1. Th., 1. Bdchn (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

9⁵

nicht. Es ſteht nicht darin, daß ſie mit einand er zanken, und ſich herabſetzen, noch daß ſie um Geld von der Bahn des Rechtes weichen ſollen. Der Ka⸗ puziner gab ihm in allen Stuͤcken ſeinen Beifall, und wollte dann ſich ſelbſt rechtfertigen. Allein der Chau unterbrach und verſicherte ihn, daß ſeine Rede gar keine perſoͤnliche Beziehung habe; er wiederholte: Gott hat euch die Bibel gegeben, und ihr befolgt ſie nicht; uns hat er die Wahrſager gegeben, wir befolgen ihre Vorſchriften, und leben im Frieden. Nachdem er vier Mal getrunken hatte, ſagte er ihm ferner, er moͤge, nachdem er ſich lange genug an ſeinem Hofe aufgehalten habe, zu dem Fuͤrſten Baatu unter ſicherem Geieite und freier Nahrung zuruͤck kehren, wozu er ihm Briefe und Dolmetſcher wolle geben laſſen.

Rubruck brach mit dieſem, ſeinem Fuͤhrer und Bedienten auf, und hatte 2 Monate und 10 Tage noͤthig, bis er durch die menſchenloſen Wuͤſten an den Hof Baatus gelangte. Er wanderte dann uͤber Aſtrachan, Derbent, Schamachie, Arzerum ge⸗ gen den Fluß Euphrat nach Aleppo, und kam am Oſtertage 1268 nach Kappadozien. Von hier an ver⸗ zoͤgerte er ſich in jeder Stadt mehre Tage oder Wo⸗ chen, weswegen er nach Tripolis in Syrien erſt am 15. Auguſt kam. Er hatte Luſt nach Frankreich ſo⸗ gleich zuruͤck zu kehren; allein ſein deſpotiſcher Pro⸗ vinzial verwies ihn nach Aere, wo er ſich von dem