deſſen Gemahlin zu beobachten, wobei dieſelben ſich gewoͤhnlich betrunken haben, deſſen ungeachtet wur⸗ den ſie von ihrem Herrſcher in allen wichtigen Ange⸗ legenheiten um Rath gefragt. Bei einer Krankheit der Koͤnigin wendeten die Möoͤnche nur Zauberei fuͤr ihre Geneſung an, woruͤber Nubruck ſelbſt lachen
mußte. Die Geſchenke, welche die Koͤnigin waͤhrend
der Faſtenzeit im Bethauſe, wohin ſie ſich mit allen uͤbrigen Frauenzimmern des Hofes taͤglich begab, den Chriſten machte, lockte eine ſo große Volksmenge herbei, daß die Thuͤrhuͤter deren Zutritt zu beſchraͤn⸗ ken genoͤthigt wurden.
Ju der Mitfaſten begab ſich der Chan mit ſei⸗ nem ganzen Gefolge in die Stadt Karakarum, wo er jaͤhrlich im Fruͤhlinge und nach der Ernte zwei große Opferſte hielt, wohin auch Rubruck gefolgt iſt. Derſelbe hatte an ſeinem Hofe Prieſter aller Religionen, Mahomedaner, Goͤtzendiener und Ne⸗ ſtorianer, deren Zaͤnkereien ihm manchmal Vergnuͤ⸗ gen gewaͤhrten. Er ſelbſt glaubte an einen Gott, und hielt die Untergoͤtter fuͤr Erfindung der Wahr⸗ ſager. Da die verſchiedenen Moͤnche einmal mit Ru⸗ bruck in Streit geriethen, ſagte er ihm:„Die Mon⸗ golen glauben, es gebe nur einen Gott, welchen ſie aufrichtig verehren. Wie dieſer niehre Finger an die Hand ſchuf, ſo hat er auch verſchiedene Meinungen den Koͤpfen der Menſchen eingegeben. Gott hat den Chriſten die Bibel gegeben, alein ſie befolgen ſie


