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er ſie betrieb, erregte in ihrem Herzen ein Gefuͤhl, das zwar nicht Liebe, aber doch ein Vorbote der Liebe war. Solche Verbindun⸗
gen, wie die, welche der Graf anzuknuͤpfen ſuchte, ſind etwas Gewoͤhnliches in dem Stan⸗ de, dem Sophie angehoͤrte; ſie erregen wenige Aufmerkſamkeit, und werden kaum fuͤr ſtraf⸗ bar gehalten. Der Rang des Liebhabers ſcheint die Schuld zu bedecken, und die Dauer der Verbindung gibt ihr einen Anſtrich von Rechtmaͤßigkeit. Sophie ſah ſolche Beyſpiele uͤberall bey ihren Genoſſinnen; ſie blieben nicht ohne Wirkung; aber noch widerſtrebte es ihrem Gefuͤhl, einen Mann zu kraͤnken, dem ſie Alles verdankte, was ſie war, und der ſie doch mit einer Achtung behandelte, als ob ſie es ſey, der er Alles zu danken habe.
Es iſt ſchwer, daß eine Frau, die auf ei⸗ nem ſo ſchluͤpfrigen Boden ſteht, das Gleichge⸗ wicht lange zu halten vermag, wenn ſie nicht bey dem erſten Angriff der Verfuͤhrung flieht. Sophie floh nicht; ſie hoͤrte den Grafen an, und ohne ihn zu beguͤnſtigen, ließ ſie doch der


