Teil eines Werkes 
2. Bdchn (1824)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Kunſt, welche ſie uͤbten, erhoͤhte ihr haͤusliches Gluͤck, und war ihnen eben ſowohl eine uner⸗ ſchoͤpfliche Quelle von Beſchaͤftigung, als von Genuß. Einem liebenden Manne iſt der Bey⸗ fall, welchen ſeine Frau einerntet, ein ſuͤßerer Genuß, als jegliches Lob, das ihm ſelber ge⸗ zollt wird; und wenn Sophie in ihrer Rolle dem Publikum Genuͤge gethan hatte, konnte er kaum den Augenblick erwarten, wo er ihr mit der Begeiſterung eines Liebhabers um den Hals fallen, und ihr fuͤr ſo viele Anmuth und Liebenswuͤrdigkeit danken konnte. Auch So⸗ phie war ihrer Seits voll von Dankbarkeit gegen ihren Wohlthaͤter, Lehrer und Freund, und jedes Opfer, das ihre Eitelkeit empfing, naͤhrte die Liebe zu dem Manne, deſſen Werk ihre Bildung war.

So waren einige Jahre vergangen, als der Graf von Senange an der Figur der jungen Frau Geſchmack fand, und ſie mit ſeinen Be⸗ werbungen beehrte. Der Graf war jung und reich; ſeine Bemuͤhungen ſchmeichelten So⸗ phien, und der leidenſchaftliche Eifer, mit dem