Ihr wißt allein, was wir geweſen, Und was wir ſind.“
Dieſe Inſchrift wurde von mir fuͤr meinen Freund gedichtet. Ach, wenn ich zu jener Zeit voraus geſehen haͤtte, neben welcher Gruft ich ſie einſt wieder leſen wuͤrde! 3
Eine der erſten Sorgen meiner Gattin, nach der Beerdigung unſers Entſchlafenen, war, ſein Grab auf das Freundlichſte auszuſchmuͤcken. Das Kreuz auf demſelben iſt mit Roſenbuͤſchen umge⸗ ben. Zum Haupte ſteigt eine Sonnenblume von außerordentlicher Groͤße empor, weil ſie zu den Lieblingsblumen meines Sohns gehoͤrte. Zu den Fuͤßen gruͤnt eine Thraͤnenweide, als Sinnbild unſerer Trauer, ſo wie die benachbarte Cypreſſe, und die Mitte des Huͤgels iſt mit blauen Glo⸗ ckenblumen bepflanzt. Die Sonnenblume ſieht man haͤufig von Bienen beſucht, die zugleich an dem Brunnentroge nicht weit davon ſich erfriſchen.
Bey dem Gruͤnen und Bluͤhen auf ſeiner Gruft denke ich gern an ein Tiſchgeſpraͤch mit meinem Sohne zuruͤck, in welchem vom Einbal⸗ ſamiren der Todten, vom Begraben und Ver⸗ weſen die Rede war.„Balſamirt“, ſagte er, „moͤcht' ich nicht ſeyn; da wuͤrd' ich aus aller


