Teil eines Werkes 
4. Bd. (1825) Sämmtliche Werke
Entstehung
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Lager des Lieblings nach dem engen, dunkeln Kaͤmmerlein blicke, wo er jetzt verlaſſen, den Vater⸗ und Mutterarmen entriſſen, da liegt, ſelbſt dann gelingt es mir, durch Erhebung des Geiſtes, oder durch Aufſchwung der Phantaſie, welche ſonſt die Schreckniſſe des Grabes leicht vergroͤßert, jenen Schauder zu uͤberwaͤltigen. Bald umtoͤnet mich, wie von Engelſtimmen be⸗ gleitet, des frommen Saͤngers hohes Lied, dem Allgegenwaͤrtigen geweiht*). Bald ſchaue ich mit deutſchem Biederſinn umher, und ſehe das unter dem Zeitendrang ſeufzende Vaterland; naͤhere mich dann wieder dem Huͤgel, der mei⸗ nen Verewigten deckt, und ſage: Wohl dir, daß ſie dich ſo tief hinab ſenkten! Schlummere fort in kuhler Erde, in der unverletzlichen Frey⸗ ſtaͤtte, die vor jeder Knechtſchaft dich ſichert, weil ſie allein dem Machtſpruche der Gewaltigen kein Gehoͤr giebt! Auf dieſem Boden, den die Sonne beſtrahlt, haͤtteſt du ihn nicht gefunden, haͤtteſt oft, ein Fremdling unter deinen Genoſſen, einſam wandeln muͤſſen, ohne dich anzuſchmiegen an eine, fuͤr Recht und Freyheit gluͤhende Bruſt, wie die deinige.

*) M. ſ. Klopſtocks Oden.