Teil eines Werkes 
4. Bd. (1825) Sämmtliche Werke
Entstehung
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wie der juͤngere Plinius ſich ausdruͤckt, dem Vater fuͤr ſeine tiefe, ſchmerzende Wunde ein kraͤftiges Linderungsmittel bereiten*). Innigſt bewegt, las ich einſt mit meinem Sohne dieſe Stelle des Plinius, ohne zu ahnden, daß mir ſelbſt kuͤnftig ein ſolcher Troſt vonnoͤthen ſeyn wuͤrde!

Allmaͤhlig begann auch das, was im Anfang die Qualen der Sehnſucht mir vermehrt hatte, meinem Herzen wohl zu thun. Die Sehnſucht ver⸗ wandelte ſich in ein zaͤrtliches Verlangen, und nun konnte ich die Augen auf den mir ſo theuern Andenken ruhen laſſen, die mich noch wirklich umringen und meinen Liebling mir vergegenwaͤr⸗ tigen. Jene Zeichnungen von ſeiner Hand, jene, durch aus dauernden Fleiß hervorgebrachten Oel⸗ gemaͤlde, von den erſten Verſuchen an bis zu denen, die ſich den Beyfall der Kenner erwarben, und die Landſchaft dort, noch oͤde, noch ohne Andeutung irgend eines lebenden Geſchoͤpfes in ihr, weil er, bevor ſie geendigt war, den Pinſel auf immer niederlegen mußte; mir aber eben darum ein deſto heiligeres Denkmaal— und jenes von ihm ſelbſt gepflanzte, zur hohen Staude

*) Lib. II. Epist. 7.