ſaͤlen oͤffentlich ausgeſprochen, ſeinen Eifer ſo oft entflammt hatte.
Mein Sohn war empfindlich gegen das Lob, wie jeder edle Juͤngling, obwohl er bereits im kindlichen Alter auf das unverdiente mit Verach⸗ tung herab ſah, auch wohl ernſtlich darüber zuͤrnte. Er wollte ſeyn, wofuͤr er gehalten wurde, ſtrebte nach Vortrefflichkeit, und war deſto raſtloſer, je mehr es ihm einleuchtete, wie ſchwer es ſey, zu dieſer Vortrefflichkeit zu gelangen.
Nothwendig mußte, nachdem er oft bey ſei⸗ nem muͤhevollen Tagewerke mich gedauert hatte, mein Schmerz Erleichterung finden in dem ſchoͤ⸗ nen Lohn, der ihm, ungeachtet ſeiner unvollen⸗ deten Arbeiten, zu Theil ward. Ihm vergolten ſah ich nun jede, ſeiner Wißbegier aufgeopferte, Feyerſtunde, jede Jugendfreude, willig dahin gegeben fuͤr hoͤheren Genuß; denn der Ruhm, deſſen Kranz ihm noch nicht gebühren konnte, wand um ſein kurzes Leben wenigſtens einen, zur Nacheiferung winkenden, Lorberzweig.
So geſtand der roͤmiſche Senat dem, in der Bluͤthe ſeiner Jahre verſtorbenen, Cottius eine Bildſaͤule zu, wenn gleich deſſen fruͤhe Jugend erſt in der Folge Thaten, einer ſo großen Ehre wuͤrdig, von ihm hoffen ließ. Aber man wollte,


