Da nur zu Viele mit mir einen aͤhnlichen Verluſt bejammern, ſo muß ich fuͤr diejenigen, denen die alles beſaͤnftigende Zeit bis jetzt kein troͤſtliches Wort in die Seele fluͤſterte, das Be⸗ kenntniß hinzuthun, daß ich immer noch reicher, als tauſend Andere bin, weil die Gluͤckſeligkeit, einen Sohn, wie der meinige war, gehabt zu haben, mit den bitterſten Thraͤnen nicht zu theuer erkauft wird.
Allerdings fuͤhlte ich in dem ſchrecklichen Au⸗ genblick, als ich den letzten Kuß auf ſeine ſter⸗ bende Wange und auf die Hand druͤckte, die, durch keine unedle That jemals entehrt, nur zu meiner Freude geſchaͤftig geweſen war, allerdings fühlte ich in dem Augenblicke mein Daſeyn wie vernichtet. Schwer lag die Gegenwart auf mir, und Vergangenheit und Zukunft boten keinen Troſt. Aber noch hatte man den Entſchlummer⸗ ten nicht an den Ort der Ruhe gebracht, da fingen ſchon, in mancher einzelnen ſtillern Minute, wohlthaͤtige Thraͤnen an zu fließen.
Die erſten dieſer Thraͤnen verdankte ich kei⸗ nem troͤſtenden Zuſpruche, der fuͤr tief Leidende faſt immer nur leerer Schall iſt; ſondern der innigen Liebe meiner Freunde, welche mich ſchwei⸗ gend in ihre Arme ſchloſſen, mit zarter Schonung


