Klauen des Falken, ſeinen ſchlafenden Freund nicht zu ſeiner Vertheidigung geweckt haben will; da dieſer indeſſen von ſelbſt erwacht, und herbey⸗ eilt, worauf ſie, Hals an Hals, mit einander ſtarben*). Und das herrliche Geſpraͤch von Gleim zwiſchen dem Wandrer und der Taube!— Wel⸗ ches? fragte unſer junger Abbé, der gerade zu⸗ gegen war. Meine Nichte mußt' es ihm herſa⸗ gen, und jetzt bittet ſie mich, es fuͤr Sie, liebe Henriette, abzuſchreiben, auf den Fall hin, daß Sie Gleims Fabeln nicht bey der Hand haͤtten.
„Der Wandrer. Was machſt du da, du kleine Turteltaube?
Die Taube. Ich ſeufze. Mein getreuer Mann Ward einem Jaͤger hier zum Raube, Dem er doch nichts gethan!
Der Wandrer. So fliege weg! wie? wenn er wieder kaͤme. Mit dem Geſchuͤtz, das ihm das Leben nahm Und dann auch dir das Leben naͤhme?
*) Hagedorns Fabeln und Erzählungen, zweytes Buch.


