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ich mir die Sache nicht anders zu erklaͤren, als daß der weiße Tauber auf einem fremden Tau⸗ benſchlag in die Gewalt eines fremden Herrn ge⸗ rieth, und ſein rechtmaͤßiger Herr, um gleiches mit gleichem zu vergelten, dem andern ebenfalls ſeinen Liebling, den Capuziner wegkaperte. Eine Zeitlang mochten die beyden Gefangnen um ihre Gattinnen, ſo wie die verlaßnen Taͤubchen um ihre Maͤnner, trauern; nach und nach aber fuͤhl⸗ ten alle das Laͤſtige der Einſamkeit. Jene glaub⸗ ten vielleicht, der Kummer haͤtte ihre zaͤrtlichen Weiber getoͤdtet; und dieſe beredeten ſich, ihre Gatten waͤren von einem Luft⸗Corſar uͤberfallen und gewuͤrgt worden. Intelligenz⸗Blaͤtter und Todtenſcheine giebt es unter ihnen nicht. Was ſollten unſre Wittwer thun? Sie fingen an, die Wittwen zu troͤſten, und wie konnte die Capuzi⸗ nerin dem ſchoͤnen Paris widerſtehen? Wie die von ihm geſchiedne huͤlfloſe Blondine dem brau⸗ nen ſtreitbaren Helden, der ſich ihr zum Ritter anbot? Kurz—— Aber, fiel Lottchen, als wir geſtern davon redeten, mir ins Wort: mich aͤr⸗ gert es immer, daß mein Ideal von Tauben⸗ treue nun verdorben iſt. Alle Dichter in allen Sprachen ſangen davon. Oft hat mich das Taͤub⸗ chen von Hagedorn geruͤhrt, das, bereits in den


