Teil eines Werkes 
4. Bd. (1825) Sämmtliche Werke
Entstehung
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oder fünften Tag, eine zweyte. Unſer Fenſter⸗ beſuch hatte, wie gewoͤhnlich, nach der Mittags⸗ mahlzeit ſich wegbegeben; da erſchien der weiße Tauber, ſturzte auf unſer Fenſter herab, blieb eine Weile, und flog davon, aber nur, damit er ſeine jetzige Gefaͤhrtin herbeyfuͤhrte; und dieſe war, nach ihrer Bildung, Groͤße und Farbe zu urtheilen, das zum Capuziner gehoͤrige Weibchen. Denken Sie ſich, meine Freundin, mit welcher Ungedald wir das Begegnen der beyden Tauber und ihrer Geliebten erwarteten! Die Kataſtrophe war nicht fern. Gleich am naͤchſten Mittage, zu der Zeit, da unſer weißes Taͤubchen und ſein jetziger Ehegenoß ruhig die letzten Koͤrner aufla⸗ ſen, kam der weiße Tauber und ſetzte ſich zwi⸗ ſchen ſie. Sein braunes Weibchen ließ er auf dem Dache des gegenuͤberſtehenden Hauſes zu⸗ ruͤck. In den erſten Augenblicken war auf der Fenſterbank eine voͤllige Stille; die beyden Ne⸗ benbuhler ſchienen einander kaum zu bemerken. Sobald aber der weiße, um ſeine aͤlteren An⸗ ſpruͤche an das Fenſter, und vielleicht an die wie⸗ dergefundene Gattin, geltend zu machen, ſich in Bewegung ſetzte, warf auch der Capuziner ſich in die Bruſt. Muthig und ſtolz ging er hin und her, gab dem Feinde, ſo oft er demſelben naͤher