Teil eines Werkes 
4. Bd. (1825) Sämmtliche Werke
Entstehung
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die Liebkoſungen beyder zu beobachten; das maͤnnliche und doch beſcheidne Werben des Tau⸗ bers, und wie die Taube mit der jungfraͤulichen Schuͤchternheit einer Neuvermaͤhlten ihren Hals an den ſeinigen ſchmiegte. Lottchen haͤtte ſie deß⸗ wegen beynahe zu Platonikern gemacht. Den gan⸗ zen Tag konnte ſie das zaͤrtliche Paͤrchen nicht vergeſſen, legte ſich mit dem Gedanken an daſſelbe ſchlafen, und als am folgenden Morgen uünſre Gaͤſte wieder in aller Fruͤhe ans Fenſter pickten, ſprang ſie eilig aus dem Bette, futterte ſie, machte ihnen ſogar hinter einem Fenſterladen ein warmes Neſt von Stroh, und nun ſchlugen die Taͤubchen foͤrmlich ihre Wohnung bey uns auf. Meiner Nichte werden Sie, liebe Henrieite, leicht ihre kindliche Freude verzeihen; aber ſonderbar wird es Sie dunken, daß ich mich ſelbſt davon anſtecken ließ. Schade nur, daß ſie von kurzer Dauer war! Einſt, als wir uns zum Fruͤhſtuͤcke hinſetzen wollten, fanden wir das Weibchen allein, traurig, mit hangendem Koͤpfchen auf die Wai⸗ zenkoͤrner niederblickend, von denen es noch kei⸗ nes angeruͤhrt hatte. Zu wiederholten Malen flog es die Straße auf und ab, kehrte zuruͤck, ſaß unbeweglich auf der Fenſterbank, und ſuchte von neuem den verlornen Gatten. Bey jedem IV. 1*