auch ihn oft mit Erzaͤhlungen unterhielt. Die Mutter derſelben war eine arme Wittwe, bey welcher das Kind oft ganze Tage zubrachte, wenn es im vaͤterlichen Hauſe etwa zu unruhig her⸗ ging. Ihr einſames kloͤſterliches Stubchen ward Abends durch eine duͤſtere Lampe beleuchtet, wo oft bey dem daͤmmernden Scheine eine Le⸗ gende nach der andern erzaͤhlt ward. Dieſe Umgebungen und Legenden ruhrten ſeinen poe⸗ tiſchen Sinn an; daher in ſeinen Schriften ſo oft Schilderungen der beſchraͤnkten Genuͤgſam⸗ keit vorkommen, und ſein Mitleid um das Loos der Armuth, auf welches er ſo oft mit Theil⸗ nahme zurüͤckkoͤmmt.
Den fruͤheſten Hausunterricht ertheilten ihm ſogenannte Informatoren, oder junge Kan⸗ didaten der Gottesgelehrtheit. Sein erſter Leh⸗ rer war ein phantaſtiſcher Menſch, durch welchen ſeine ohnehin ſchon lebhafte Einbildungskraft, die reiche Quelle ſo vieler Leiden und Freuden, noch mehr geſpannt ward. Das viele Sprechen uͤber theologiſche Gegenſtaͤnde, und die ehrwuͤr⸗ digen Beyſpiele, die er an ſeinem Großvater und Oheim ſahe, weckten in ſeinem jugendlichen from⸗ men Sinne die Entſchließung, Prediger zu wer⸗ den. Hiezu kam noch ein geheimes Gefallen


