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ihres Urſprungs ſind. Ich erinnerte mich an die wahre Hoͤflichkeit und die wahre Abge⸗ meſſenheit, womit in meiner Jugend Duelle betrieben wurden, als noch die wahre An⸗ ſtandswaffe, der Degen, an der Tagesord⸗ nung war. Ausfoderungen waren auf die allerhoͤflichſte Weiſe abgefaßt, und eine, die ich noch beſitze, endigt ſich mit den Worten: „Ihr Freund und ergebenſter Diener, Nikolaus Stubbs.“ Wenn die Par⸗ teien ſich auf dem Kampfplatze trafen, ſo wurde dieſelbe Foͤrmlichkeit beobachtet; ſie zo⸗ gen die Huͤte ab, wuͤnſchten einander guten Morgen und halfen ſich, mit der ehrerbietig⸗ ſten Hoͤflichkeit, die Roͤcke und Stiefeln aus⸗ ziehen. Auch der Kampf ſelbſt ging mit der gehoͤrigen Art vor ſich: da ſah man keine un⸗ beholfenen Bewegungen, keine hitzigen und un⸗ beſonnenen Stoͤße; alles ging kaltbluͤtig, zier⸗ lich, mit Anſtand zu. Jeder Stoß war mit ſeinem Sa⸗ſa begleitet, und mit einem Lah⸗ lah wurde man unvermerkt durch und durch geſtoßen. Nichts ging uͤber die Zaͤrtlichkeit und Aufmerkſamkeit, womit der verwundete Geg⸗
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