— 5
Oede der Landſchaft, die Kuͤrze und Dunkelheit der Tage unſere Wanderungen beſchraͤnken, halten ſie uns auch ab, umherzuſtreifen, und machen, daß wir die Vergnuͤgungen eines geſellſchaftlichen Kreiſes deſto mehr ſchaͤtzen lernen. Unſere Gedanken draͤn⸗ gen ſich mehr zuſammen, unſer freundliches
ditgefuͤhl wird um ſo ſtaͤrker angeregt. Wir fuͤhlen den Reiz unſerer gegenſeitigen Geſellſchaft
deſto mehr, und werden dadurch, daß wir in un⸗
ſerm Genuß auf einander angewieſen ſind, um ſo mehr an einander gezogen. Das Herz naͤhert ſich dem Herzen, und wir ſchoͤpfen unſer Vergnuͤgen aus dem Born des lebendigen Wohlwollens, wel⸗ cher in der ſtillen Tiefe unſers Herzens verbor⸗ gen liegt, und der, wenn man aus ihm ſchoͤpft, den reinen Stoff haͤuslicher Gluͤckſeligkeit gewaͤhrt.
Die tiefe Dunkelheit, welche draußen herrſcht, macht, daß das Herz ſich erweitert, ſobald es das Zimmer betritt, das mit der Glut und Waͤrme des abendlichen Feuers erfuͤllt iſt. Der roͤthliche Feuer⸗
ſchein verbreitet einen kuͤnſtlichen Sommer und
Sonnenglanz in dem Zimmer, und giebt jedem Ge⸗ ſicht den Anſtrich eines freundlichen Willkommens. Wo malt ſich auf dem rechtlichen Antlitz der Gaſt⸗ freundlichkeit ein gemuͤthlicheres und herzlicheres Laͤ⸗ cheln?— wo iſt der ſchuͤchterne Blick der Liebe un⸗


