Teil eines Werkes 
1. Bd. (1825)
Entstehung
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Alles uͤber kurz oder lang ſich aufloͤſen muß. Nichts flößt dem Geiſt ein tieferes Gefuͤhl der Verlaſſen⸗ heit ein, als wenn man den ſchweigenden und ver⸗ laſſenen Schauplatz fruͤheren Lebens und Prunkes betritt. Indem ich die leeren Stuͤhle der Ritter, ihrer Waffentraͤger und die Reihen der beſtaubten, doch praͤchtigen Banner betrachtete, welche einſt vor ihnen hergetragen wurden, rief meine Einbildungs⸗ kraft mir den Augenblick zuruͤck, wo dieſe Halle einſt von der Tapferkeit und Schoͤnheit des Landes er⸗ glaͤnzte, wo ſie von dem Prunk der Juwelen der Vornehmen und von kriegeriſchem Pomp ſtrahlte, wo die Fußtritte ſo Mancher und das Geſumme der bewundernden Menge ſie belebten. Alles dieß war voruͤber; die Todesſtille hat ſich wiederum des Ortes bemeiſtert, und wurde nur zuweilen von dem Zirpen der Voͤgel unterbrochen, die ſich in die Ka⸗ pelle verirrt und ihre Neſter in den Frieſen und Fahnen gebaut hatten; ſichere Anzeichen der Ein⸗ ſamkeit und Verlaſſenheit.

Als ich die Namen las, welche auf den Ban⸗ nern ſtanden, fand ich, daß ſie Leuten angehörten, welche weit und breit in der Welt zerſtreut ſind. Einige davon wogten auf entfernten Meeren um⸗ her, Andere ſtanden in entfernten Laͤndern unter den Waffen, noch Andere nahmen an den geſchaͤftigen