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Erzählungen / von Washington Irwing. Aus d. Engl. übers. von W. A. Lindau
Entstehung
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Geſpenſt hatte ſich ſeit ſeinem Beſuche in der Gei⸗ ſterwelt ſehr zu ſeinem Vortheil veraͤndert. Sein Anzug war glaͤnzend und ſchmuͤckte eine edle maͤnn⸗ liche Geſtalt, die nicht mehr bleich und ſchwermuͤthig ausſah, ſondern in ihren ſchoͤnen Zuͤgen und in dem großen dunkeln Auge Jugendluſt und Freude zeigte.

Das Geheimniß war bald enthuͤllt. Der Rit⸗ ter, der in der That, wie jeder Leſer ſchon weiß, kein Geſpenſt war, ſtellte ſich als Hermann von Starkfauſt vor. Er berichtete ſein Abenteuer mit dem jungen Grafen, und erzaͤhlte, wie er ſich eilig auf das Schloß begeben haͤtte, um die unwillkommene Botſchaft zu uͤberbringen, wie er aber durch die Be⸗ redſamkeit des Freiherru in jedem Verſuche, ſeine Geſchichte zu erzaͤhlen, waͤre geſtört worden. Die Braut hatte ihn beim erſten Blicke gefeſſelt, und um einige Stunden an ihrer Seite zuzubringen, hat⸗ te er das Mißverſtaͤndniß ſtillſchweigend fortdauern laſſen. Er war ſehr verlegen, wie er ſich mit An⸗ ſtand zuruͤck ziehen ſollte, als ihm des Freiherrn Geſpenſtergeſchichten ſeinen ſeltſamen Abſchied an die Hand gaben. Den alten Zwiſt der beiden Geſchlech⸗ ter fuͤrchtend, hatte er ſeine Beſuche verſtohlen wieder⸗ hohlt, im Garten unter des Fraͤuleins Fenſter ſei⸗ nen Spuk getrieben, hatte geworben, hatte gewon⸗ nen, hatte die Schoͤne ſiegreich entfuͤhrt und war mit einem Worte ihr Gemahl.