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Erzählungen / von Washington Irwing. Aus d. Engl. übers. von W. A. Lindau
Entstehung
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unter allen andern Umſtaͤnden wuͤrde der Frei⸗ herr unerbittlich geweſen ſein; denn er war hart⸗ naͤckig, wo es das vaͤterliche Anſehen galt, und ließ mit einem andaͤchtigen Eigenſinn alle ererbten Zwiſte fortdauern. Seine Tochter war ihm aber auch lieb; er hatte ihren Verluſt beweint, er freute ſich, ſie noch lebendig zu finden, und wenn ihr Gemahl auch zu den Feinden ſeines Hauſes gehoͤrte, ſo war er doch, Gott ſei Dank, kein Geſpenſt. Es war in dem Scher⸗ ze des Ritters, ſich fuͤr einen Todten auszugeben, freilich etwas, das ſich mit des Freiherrn Begriffen von ſtrenger Wahrhaftigkeit nicht ganz reimen ließ; aber einige anweſende alte Freunde, die den Krieg mitgemacht hatten, verſicherten ihm, daß in der Lie⸗ be jede Kriegsliſt zu entſchuldigen waͤre, und der Ritter hatte nach ihrer Meinung ein beſonderes Vor⸗ recht, da er neuerlich erſt als Reiter gedient hatte.

Alles wurde gluͤcklich ausgeglichen. Der Freiherr verzieh dem jungen Paare auf der Stelle. Das Schloß wurde wieder laut von froͤhlichen Gelagen. Die armen Verwandten uͤberſchuͤtteten dieſes neue Mitglied des Hauſes mit Beweiſen liebevoller Zaͤrt⸗ lichkeit; es war ja ein ſo tapfrer, ſo großmuͤthiger, ſo reicher Mann. Den Tanten war es freilich ein wenig aͤrgerlich, daß die Grundſaͤtze ſtrenger Einge⸗ zogenheit und leidenden Gehorſames, welche ſie ver⸗ fochten, durch ein ſo boͤſes Beiſpiel erſchuͤttert wur⸗ den, aber ſie ſchrieben alles ihrer Nachlaͤſſigkeit zu,

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